Sonntag, 18. Oktober 2015

Neue Gerüchte um Denis Cuspert


Der Berliner Ex-Rapper und IS-Djihadist Denis Cuspert soll bei einem Luftangriff getötet worden sein. Schon oft gab es Gerüchte um seinen Tod. Immer stellten sie sich als falsch heraus. Doch nun scheinen sich die Indizien zu erhärten, dass der führende Terrorist und Propaganda-Star dieses Mal wohl weniger Glück gehabt haben könnte.

Aktivisten der oppositionellen Nachrichtenseite "Syrian-Reporter" griffen zuerst die Gerüchte um den Tod des Deutschen auf. Demnach sei Cuspert, der sich Abu Talha al-Almani nennt, vor zwei Tagen auf der Verbindungsstraße zwischen Tabqa und der IS-Hochburg Raqqa durch einen Luftangriff getötet worden.

Wahrscheinlich bezog sich ein Journalist der Seite auf einen arabischsprachigen Twitter-Account eines IS-Anhängers. Der hatte gestern berichtet, "Abu Talha al-Almani" sei vor zwei Tagen, also am 15. Oktober, verblutet. Von einem Luftangriff bei Tabqa war aber nicht die Rede. Die Meldung wurde zunächst weder vom IS noch von den USA oder Russland offiziell bestätigt.


Laut syrischen Medien, die dem Assad-Regime nahe stehen, sollen inzwischen aber zwei IS-Kommandeure auf Facebook Cusperts Tod bestätigt haben. Auch ein Aktivist namens "Abu Sham", der in Raqqa heimlich aus dem Alltag unter dem IS berichtet, schrieb, der Ex-Berliner sei mit fünf weiteren Kämpfern in einem Pickup-Wagen an einer Gasstation in Hunaida, östlich von Tabqa, durch einen Luftangriff getötet worden.

Auf Nachfrage von "Erasmus Monitor" an "Abu Sham", beteuerte dieser nach wie vor, dass Cuspert tot sei. Nähere Informationen über seine Quellen und deren Glaubwürdigkeit, wollte er aber nicht übermitteln.

Bereits vor anderthalb Wochen hatte es Indizien dafür gegeben, dass Cuspert möglicherweise in Schwierigkeiten geraten war. Mutmaßlich Leute aus seinem engeren Umfeld hatten ihre ansonsten regen Twitter-Aktivitäten abrupt gestoppt.

Eine Twitter-Nutzerin, die "Erasmus Monitor" zum Kreis seiner möglichen Ehefrauen oder Verflossenen zählt, hatte offenbar seit Tagen nichts mehr von Cuspert gehört. Vor zehn Tagen antwortete die aus Somalia stammende Frau einem Fragesteller auf dem Chatportal "Ask.fm", sie sei "weiterhin sehr besorgt" um ihren Ehemann. Nähere Details gab sie aber nicht preis.

Letzte Aktualisierung: 21.10.2015.